Geschichte von Lederbach

Geografische Lage
Im Norden der Ortsgemeinde Hohenleimbach liegt der Orstteil Lederbach (Koordinaten: 50° 26' N, 7° 7' O). Im Nordwesten Lederbachs erhebt sich der Schöneberg (668m ü.N.N.), im Westen der Schellkopf (649m ü.N.N). Ca. 1,8 Km südwestlich Lederbachs befindet sich die Ortsgemeinde Hohenleimbach.

Geschichte
Wie auch "Leimbach" wurde Lederbach bereits 1425 im "Burgmannenverzeichnis" des Trierer Erzbischofs Werner von Falkenstein erwähnt. Ebenso lässt sich dessen Existenz durch die Erwähnung in einer "Aufstellung der Haferzinsgebiete des Hofes Goldbach zu Kempenich" von 1540 u.a. als das "Wernersgut" und das "Reichsweisgut zu Lederbach" belegen. Mangels der Quellenlage lässt sich jedoch die Geschichte dieser beiden Güter, die vielleicht auch einmal adelige Höfe waren, nicht weiter verfolgen. Darüber hinaus ist bekannt, dass im Jahre 1688 Lederbach von der Pest überzogen wurde und das 1743 französische Soldaten im Ort weilten.

Zwangsumsiedlung 1939
Die Geschichte der Menschen in Lederbach endete zunächst jäh, als im Jahre 1939 alle Einwohner auf Befehl des Reichsministeriums für Luftfahrt zwangsweise umgesiedelt wurden, da der Ort - neben 11 weiteren Dörfern - dem "Luftwaffenübungsplatz Ahrbrück" weichen musste. Anfang der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde Lederbach, nach kurzzeitiger Nutzung als Jagdrevier des französischen Militärgouverneurs von Rheinland / Hessen - Nassau, General Claude Hettier du Boislambert, mit Menschen aus dem Ermland (Ehemaliges Ostpreußen, heute Polen) neu besiedelt.

Im Rahmen der Neubesiedlung entstanden neben verschiedenen Wohngebäuden und Gehöften auch eine Pension, ein Reiterhof  sowie ein  größerer landwirtschaftlicher Betrieb, der durch seine Viehzucht und Milchproduktion über die Grenzen von Hohenleimbach hinaus bekannt ist.

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Handkolorierte Postkarte der Ortslage Lederbach vor der Umwandlung in einen Luftwaffenübungsplatz

(Aus dem Nachlass der Eugenie Seifen, die in ihrer Jugend in Lederbach wohnte und ca. im Jahre 1905 nach der Heirtat von Lederbach nach Bendorf verzog. Danke an Herrn H. Junglas)

Auf den Grundmauern der auf der Postkarte von Lederbach dargestellten Gastwirtschaft "Eduard Wagner" wurde später ein Wohnhaus errichtet.

Der Fernmeldeturm auf dem Schöneberg
Im Nordwesten der Ortslage, schon im Bereich der Gemarkung Heckenbach/Cassel auf dem Schöneberg befindet sich der mit insgesamt 822m ü.N.N höchste und weithin sichtbarste Punkt der Umgebung: Ein mächtiger, 154m hoher, Fernmeldeturm aus Stahlbeton der in den 1980er Jahren durch die damalige Bundespost errichtet wurde. Der Typenturm der Deutschen Funkturm dient neben dem Richtfunk auch zur Verbreitung von UKW-Rundfunk und DVB-T.