Hohenleimbach - Natürlich mittendrin!

GESCHICHTE

Geschichte und Brauchtum

BrauchtumHohenleimbachLederbach
Meist über die ortsansässigen Vereine Hohenleimbachs deren Engagement und vielfältige Bemühungen wird der Erhalt und die Pflege des Brauchtums in Hohenleimbach und Lederbach betrieben:

Karneval
Der Straßenkarneval wird zumeist bereits am „Schwerdonnerstag“ durch den „Zug der Möhnen durch das Dorf“ eröffnet. Bei diesem werden – dem jeweils jährlich ausgegebenen Motto angepasst – die Dorfbewohner in ihren Häusern und Wohnungen besucht, um für die Ausrichtung des „Möhnenballs“ am Samstag noch die eine oder andere Spende zu erhalten. Auch dem Seniorenheim wird hierbei ein Besuch abgestattet, um deren Einwohner mit einem in Hohenleimbach üblichen, kräftigen „Helau“ in die närrische Zeit einzubeziehen.
Durch den Möhnenverein Hohenleimbach wird auch eine Karnevalsitzung („Möhnenball“) im Saal des Landgasthauses Müller veranstaltet. Die Sitzung spiegelt mit viel Lokalkolorit und Humor die Ereignisse des jeweils vergangenen Jahres wider und wird kurzweilig von weiteren Sketchen und Tanzdarbietungen umrahmt.
Alle zwei Jahre nehmen die Karnevalsjünger Hohenleimbachs und Lederbachs mit einer Fußgruppe oder einem Mottowagen am Karnevalsumzug im nahe gelegenen Kempenich teil. Einen eigenen „Zoch“ haben mittlerweile die Einwohner der Ortslage Lederbach etabliert: Am Karnevalssamstag ziehen Lederbacher sowie auch Hohenleimbacher Bürger in bunter Verkleidung ab 14:11 Uhr durch die Straßen der Ortslage um den Karneval mit dem Lederbach eigenen Ruf „Le-Ho“ zu feiern.

Kirmes

Die jährliche Kirmes beginnt am Freitagabend des ersten Septemberwochenendes mit dem Schmücken und Aufstellen des Kirmesbaumes. Hierbei wird in Gemeinsamkeit zwischen Feuerwehr und Junggesellenverein sowie vor allem durch die zur Beratung bereitstehenden Honoratioren des Dorfes (Erfahrung !!) ein, meist über 25 Meter langer Kirmesbaum vor dem Landgasthaus Müller aufgestellt. Am Samstagabend setzt sich die Kirmes dann meist mit einer Musikveranstaltung fort. Sonntags beginnt der Kirmes-Tag mit dem Besuch des Gottesdienstes in der örtlichen Kapelle und dem sich daran anschließenden Frühschoppen der Festgemeinde. Am Montag, dem letzten Tag der Hohenleimbacher Kirmes trifft man sich im Schankraum des Landgasthofes, um die Kirmes bei guter Stimmung guten Gesprächen und fröhlichem Beisammensein ausklingen zu lassen.

Ehemalige Tanzgruppe der Landfrauen
Die Tanzgruppe der Landfrauen Hohenleimbach/Lederbach zeigte zu den verschiedensten Gelegenheiten traditionelle Volkstänze. Über die Grenzen von Hohenleimbach hinaus bekannt, nahmen die Landfrauen dabei mehrfach an Veranstaltungen im oberen Brohltal, im Ahrkreis, aber auch – als Repräsentantinnen gelebter Hohenleimbacher Traditionen – an verschiedenen Rheinland-Pfalz-Tagen teil. Leider wurde die Tanzgruppe mittlerweile eingestellt.

Maifeiertag
Mit dem Prozedere des Aufstellens eines Maibaumes beginnt am Abend vor dem 1. Mai der erste Teil der Feierlichkeiten. Wie in der Region üblich wird im zweiten Teil zunächst durch die Jungs ihren Freundinnen ein geschmückter Maibaum, meist eine Birke, „gestellt“ (von auswärtigen Bäumchenstellern wird eine Art „Platzgebühr“ verlangt; sollte einmal eine Dame einen anderen Baum als eine Birke vor ihrem Fenster stehen haben, sollte sie anfangen sich Gedanken zu machen !) bevor es zum dritten Teil, der „Aquisition beweglichen Eigentums der Dorfbewohner“ durch die Junggesellen geht.

Mitnichten soll hiermit der Tatbestand des § 242 StGB erfüllt werden, vielmehr leisten die Dorfbewohner gegenüber den Junggesellen eine „vorübergehende Leihgabe“ ihres Eigentums, um eben dieses am Morgen des 1. Mai am Maibaum wieder abholen zu können.

Dorffest
Durch die örtliche Freiwillige Feuerwehr wird jährlich, am Samstag vor dem ersten Sonntag im August, das Dorffest am Platz an der Linde ausgerichtet. Besonders ist der  über dem offenen Buchenfeuer gegrillte Spießbraten, der vor dem grillen mit einer „geheimen Mixtur“ aus wohlschmeckenden Kräutern behandelt wird. Ob es am durch den Genuß des Spießbratens entstehenden Durst oder einfach an der guten Stimmung unter den Dorfbewohnern liegt: Im Zelt vor dem „Spritzenhaus“ feiert man das Dorffest oftmals bis in die frühen Morgenstunden.

Wanderung am „Tag der unschuldigen Kinder“
Am 28. Dezember eines jeden Jahres trifft sich eine kleine Schar männlicher Dorfbewohner, um mit einer Wanderung durch die nähere Umgebung den „Tag der unschuldigen Kinder“ zu begehen. Der als liturgischen Gedenktag gedachte Tag wird hierbei durch die „innere Einkehr und Andacht“ der Teilnehmer der Wanderung geehrt.

Geschichte von Hohenleimbach

Geografische Lage
Hohenleimbach (ehem. Leimbach bzw. Wüstleimbach) (Koordinaten: 50° 25’N, 7° 4’O) ist mit 512 m ü.N.N die höchstgelegene Ortsgemeinde der Verbandsgemeinde Brohltal und befindet sich in deren Westen. Die Hohe Acht als höchste Erhebung in der Eifel, in der auch Hohenleimbach liegt, befindet sich ca. 6 km südwestlich von der Gemeinde entfernt. Zu Hohenleimbach gehört der ca. 1,8 km nordöstlich gelegene Ortsteil Lederbach jenseits der B 412.

Sage vom „Brante Hof“
Schenkt man einer Sage über den „Bauern vom Brante Hof“ Glauben, so wurde Leimbach bereits in der Zeit des Frankenkönigs Karls des Großen (768 – 814 n.Chr.) gegründet. Ein, nach einem Brand seines Hofes obdachlos gewordener, sächsischer Bauer erhielt auf der Suche nach einer neuen Heimat einen „Rodebrief“ für ein Stück Land zwischen Kempenich und Hochacht. Als er dieses Stück Land erreicht hatte, errichtete er nach der Rodung dort eine Hütte. Einige Hinweise deuten darauf hin, dass dieser Ort im Bereich Hohenleimbach liegen muss. Noch heute trägt in Hohenleimbach eine kleine Seitenstraße in der Ortsmitte den Namen „Brantestraße“. Nach einigen Jahren wanderte der Bauer noch einmal zurück in seine alte Heimat Sachsen und bewegte dort die Menschen, mit ihm zu seinem Besitz zu gehen. Es folgten wohl viele seinem Ruf und sie gründeten daraufhin einen neuen Ort in der Eifel , den sie so nannten wie ihr ehemaliges Dorf in Sachsen hieß: „Leimbach“

Erstmalige Erwähnung
Man schreibt das Jahr 1424, als der Trierer Erzbischof Werner von Falkenstein sich gewaltsam die „Herrschaft Kempenich“ von seinen Widersachern aus dem Erzbistum Köln und der Pfandschaft Sinzig aneignete. Der Erzbischof besetzte seine Herrschaft mit einem ihm ergebenen Amtmann, dem er treue Burgmannen zur Seite stellte. Diese Burgmannen erhielten ihrerseits für ihre Dienste Lehen. Dazu erstellte man ein Verzeichnis, worin „Leimbach“, so noch die Bezeichnung im späten Mittelalter, und Lederbach erstmalig Erwähnung fanden.
Peter von Tries (Treis an der Mosel) erhielt 1425 unter anderem „als besunder Burglehen zu Kempenich, Wiese, Hanergulde, Honre und Zehnt vom Vieh, Gude (Gut) von Leimbach, Balsgude von Reymbach und berten Gude von der Heyden“. In dem „Gude von Leimbach“, diesen Schluss lässt die Besitzüberlieferung zu, wurde kurz vor 1500 ein Hof errichtet der spätestens um 1700 wieder aufgegeben wurde. Er stand ostwärtig etwas außerhalb des Dorfes.

Von Wüst-Leimbach zu Hohenleimbach
Ob der um 1700 aufkommende Ortsname „Wüstleimbach“ etwas mit der „Wüstfallung“ dieses Hofes zu tun hat, ist nicht sicher. Der Ortsnamenzusatz „Wüst-“ hat aber die folgenden zweihundert Jahre überdauert, ehe ein kaiserlicher Erlass vom 1. März 1916 die Namensänderung in „Hohenleimbach“ verfügte.
Man erzählt sich dazu die Geschichte, dass sich Kaiser Wilhelm II. kurz zuvor einmal auf der Jagd in der Region befand und von erhöhter Stelle auf den herrlich in der Sonne liegenden Ort „Wüstleimbach“ schaute. Seine Majestät erkundigte sich nach dem Namen des Ortes und man antwortete ihm wahrheitsgemäß, dass der Ort „Wüstleimbach“ heiße. Daraufhin verfügte der Kaiser, dass „es in seinem Beritt keinen Ort geben sollte, der mit „Wüst-“ beginne“. So folgte – nach weiteren zwei Jahren harter Verhandlungen im Gemeinderat des Ortes – die Namensänderung in „Hohenleimbach“.

Eine Kopie der Urkunde der Namensänderung ist noch heute im Landgasthaus Müller zu betrachten.

Der „Weiler Rembach“
Vor Jahrhunderten lag etwas unterhalb des heutigen Ortes an der Einmündung des Leimbachs in die Nette der Weiler Rembach, der, 1337 erstmals und 1404 mit vier Höfen genannt, bereits im 17. Jahrhundert wegen Armut und Wegziehens seiner Einwohner wüstgefallen ist.

Bilddokumente aus der Chronik Hohenleimbach / Lederbach

Nachfolgend sind hier einige Dokumente und Bilder aus der Hohenleimbacher/Lederbacher Chronik bereitgestellt.

Die Chronik wird bereits seit Jahrzehnten im Hause Montermann (vorm. Schäfer) akribisch und liebevoll geführt. Es gibt gegenwärtig Überlegungen die Chronik gänzlich zu digitalisieren und damit einem breiten Interessentenkreis über das Internet verfügbar zu machen. Vier Bände stehen bereits digital zur Verfügung (Band 1: 1000-1968; Band 2: 1937-1971; Band 3: 1944 – 07/1959; Band 4: 1959-1972).

Bei der über 590jährigen Geschichte des Ortes sind – natürlich überwiegend in den Jahren der Zeit nach Ende des II. Weltkrieges – viele Chronik-Bände entstanden. Unterstützung bei der Bearbeitung wird vor allem aber für die Anteile benötigt die in der, heute zum Teil nur noch schwer zu entziffernden, Sütterlin-Schrift gehalten sind. (Der Band 1 der die Jahre 1000 – z.T. 1968 beinhaltet umfasst hiervon ca. 45 Doppelseiten).

>> Chronik hier als PDF herunterladen [12 MB] <<

Geschichtsinteressierte Bürger (oder Hobby-Historiker) sind also herzlich zur Mitarbeit an der Chronik eingeladen. Auch für weitere historische Dokumente oder Bilder und Fotos ist die Gemeinde stets dankbar. Originale können hochauflösend reproduziert werden und werden selbstverständlich umgehend zurück gegeben.

Weiher-Lederbach-HohenleimbachGeschichte von Lederbach

Geografische Lage
Im Norden der Ortsgemeinde Hohenleimbach liegt der Ortsteil Lederbach (Koordinaten: 50° 26′ N, 7° 7′ O). Im Nordwesten Lederbachs erhebt sich der Schöneberg (668m ü.N.N.), im Westen der Schellkopf (649m ü.N.N). Ca. 1,8 Km südwestlich Lederbachs befindet sich die Ortsgemeinde Hohenleimbach.

Geschichte
Wie auch „Leimbach“ wurde Lederbach bereits 1425 im „Burgmannenverzeichnis“ des Trierer Erzbischofs Werner von Falkenstein erwähnt. Ebenso lässt sich dessen Existenz durch die Erwähnung in einer „Aufstellung der Haferzinsgebiete des Hofes Goldbach zu Kempenich“ von 1540 u.a. als das „Wernersgut“ und das „Reichsweisgut zu Lederbach“ belegen. Mangels der Quellenlage lässt sich jedoch die Geschichte dieser beiden Güter, die vielleicht auch einmal adelige Höfe waren, nicht weiter verfolgen. Darüber hinaus ist bekannt, dass im Jahre 1688 Lederbach von der Pest überzogen wurde und das 1743 französische Soldaten im Ort weilten.

Zwangsumsiedlung 1939
Die Geschichte der Menschen in Lederbach endete zunächst jäh, als im Jahre 1939 alle Einwohner auf Befehl des Reichsministeriums für Luftfahrt zwangsweise umgesiedelt wurden, da der Ort – neben 11 weiteren Dörfern – dem „Luftwaffenübungsplatz Ahrbrück“ weichen musste. Anfang der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde Lederbach, nach kurzzeitiger Nutzung als Jagdrevier des französischen Militärgouverneurs von Rheinland / Hessen – Nassau, General Claude Hettier du Boislambert, mit Menschen aus dem Ermland (Ehemaliges Ostpreußen, heute Polen) neu besiedelt.

Im Rahmen der Neubesiedlung entstanden neben verschiedenen Wohngebäuden und Gehöften auch eine Pension, ein Reiterhof sowie ein größerer landwirtschaftlicher Betrieb, der durch seine Viehzucht und Milchproduktion über die Grenzen von Hohenleimbach hinaus bekannt ist.

Handkolorierte Postkarte der Ortslage Lederbach vor der Umwandlung in einen Luftwaffenübungsplatz

(Aus dem Nachlass der Eugenie Seifen, die in ihrer Jugend in Lederbach wohnte und ca. im Jahre 1905 nach der Heirtat von Lederbach nach Bendorf verzog. Danke an Herrn H. Junglas)

Auf den Grundmauern der auf der Postkarte von Lederbach dargestellten Gastwirtschaft „Eduard Wagner“ wurde später ein Wohnhaus errichtet.

Der Fernmeldeturm auf dem Schöneberg
Im Nordwesten der Ortslage, allerdings schon im Bereich der Gemarkung Heckenbach/Cassel auf dem Schöneberg befindet sich der mit insgesamt 822m ü.N.N höchste und weithin sichtbarste Punkt der Umgebung: Ein mächtiger, 154m hoher, Fernmeldeturm aus Stahlbeton der in den 1980er Jahren durch die damalige Bundespost errichtet wurde. Der Typenturm der Deutschen Funkturm dient neben dem Richtfunk auch zur Verbreitung von UKW-Rundfunk und DVB-T. Von weither ist dem ortskundigen Betrachter anhand des gewaltigen Bauwerkes klar: Dort liegen Hohenleimbach und Lederbach !

 

 

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